Tag der Arbeitsbühnensicherheit

www.tagung-tabs.eu
 

Die Tagung rund um Arbeitsbühnensicherheit

21. Mai 2019
Krefeld, Deutschland

Der Tag der Arbeitsbühnensicherheit (TABS) ist eine Tagung mit Schwerpunkt auf Sicherheit im Umgang mit Arbeitsbühnen.

Der Zuspruch der vergangenen Veranstaltungen zeigt, dass das Thema Sicherheit gerade für Arbeitsbühnen sehr wichtig ist, denn mit diesen Geräten wird mehr Sicherheit für den Nutzer geboten. Nichtsdestotrotz ist die Benutzung einer Arbeitsbühne nicht von sich aus gefahrlos. Und die größte Gefahr steckt in der Unkenntnis. Alleine schon den öffentlichen Raum richtig zu sichern und so Gefahren zu minimieren, ist nicht bei jedem Bediener im Bewusstsein.

TABS wird von der International Powered Access Federation (IPAF) und dem Vertikal Verlag organisiert.

Tagungsbericht 2017

31. Mai 2017, Unimog Museum, Gaggenau, Deutschland

Alexander Ochs, Redakteur beim Vertikal Verlag, berichtet.

Mal was Neues – das dachten sich die Macher im Jahr 2006 bei der Premiere, der Vertikal Verlag zusammen mit IPAF. Das galt auch für den diesjährigen Veranstaltungsort: Der TABS 2017 gastierte im Unimog-Museum in Gaggenau bei Baden-Baden. Museumsbesuch und Mitfahrt auf dem allradgetriebenen Mini-LKW inklusive. Passend dazu hatte der Oil&Steel-Händler Bauscher seine Scorpion 15E auf Unimog U 218 mit 16 Metern Arbeitshöhe und heftigem Stützenhub mitgebracht. Wie es war.

Wussten Sie, dass der bayrische Kultkomiker Fredl Fesl seit Jahren mit einem Bagger seinen Garten umgräbt? Wussten Sie, dass wir nicht sehen, was wir sehen, sondern was wir wollen? Dass jedes Ding drei Seiten hat? Dass es nichts bringt, Sicherheit zu erklären? Oder wie beruhigend ein Gang zum Waffenschrank sein kann? Nein? Beim TABS konnten sie’s erfahren.

Im norddeutsch gefärbten Schnellfeuer-Schnack stellt zunächst Dieter Schnittjer vom VDBUM seinen Verband vor, um dann auf die Verantwortung des Unternehmens beim Einsatz von Baumaschinen einzugehen. 5D, Building Information Modelling (BIM), 280 Turmdrehkranunfälle pro Jahr, ein Loblied auf die Berufsgenossenschaften, die vielen „TRBS’en“, Schulungen – Schnittjer beackert ein weites Feld und schreibt den Vermietern ins ‚Stammbuch: „‚Stand der Technik‘ ist ein windelweicher Begriff, der vor Gericht gegen Sie verwendet werden kann.“ Ähnlich sieht es Günter Hübner, früher bei PB, heute Berater und Redner. Sein Credo: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Er betrachtet das Risikomanagement von der psychologisch-kommunikativen Seite. So kämen Warnungen vor Gefahren gar nicht gut an, da diese als schlechte Botschaft wahrgenommen würden. Und wieviel Info kommt schon beim Gegenüber an? Hübner: „90 Prozent der Informationen gehen Im Schnitt verloren.“ Das bedeutet für ihn: „Sicherheit erklären bringt so gut wie nix. Gefahr erlebbar machen – das haut rein. Das wirkt.“ So auch sein Vortrag. Man solle nie die Angst, den Respekt vor der Maschine verlieren, meint der Redner.

Dr. Rudolf Saller, Rechtsanwalt, ausgebildeter Kranführer und Sachverständiger für Krane bis 1.000 Tonnen, versiert im Transportrecht, beleuchtet das Bodenrisiko beim Bühneneinsatz. Er sagt mit Murphy: „Was umfallen kann, fällt um.“ 44 Prozent der Kranunfälle zumindest rührten vom Bodenrisiko her. „Sind Sie als Unternehmer verantwortlich für einen Kranunfall mit einem Toten, sind Sie mit 25.000 Euro dabei.“ Launig und höchst unterhaltsam redet sich der Oberbayer in Fahrt. Er berichtet von einem Bühnenunfall in Rotterdam. „Da hat der Bediener die LMB überbrückt und war dabei komplett zugedröhnt. Der is a Tüta quarza ganga und dann hat er gsunga: I believe I can fly...“ Um dann nachzuschieben: Wer Sicherheitsvorrichtungen außer Kraft setzt, handele mit indirektem Vorsatz. Auch Bespaßung an Kran oder Arbeitsbühne wie Bungeejumping oder Dinner-In-The-Sky sind nach Saller „blanker Missbrauch der Maschine“. Entsprechend verweigern Versicherungen die Deckung für alle Spaßveranstaltungen. Zudem empfiehlt der Fachanwalt den Herstellern, gleich eine Art Georadar in die Stützen ihrer großen Maschinen zu integrieren.

Mit Unfällen beschäftigt sich auch Harald Fries von IPAF. Er setzt sich für „die beste Praxis im Lande Hubarbeitsbühne“ ein und beschäftigt sich mit der Risikoevaluierung. Anhand dreier schwerer Unfälle zeigt er auf, wie die Verantwortlichen in der Einsatzplanung bereits versagt haben. „Ungeplant, unerwünscht, Unfall“, so sein gefahrvoller Dreiklang. „Risikoanalyse machen wir mehrere Hundert Mal am Tag, zum Beispiel im Auto beim Bremsen“, ermuntert Fries die Zuhörer. Speziell von der SUVA empfiehlt er zwei Checklisten zur Einsatzplanung. Abschließend stellt Matthias Müller das firmeneigene über Jahre erarbeitete „Bediener-/Trainerausbildung für Teleskopstapler“ vor und verweist auf neue Möglichkeiten durch die neue BetrSichV §12 hin wie eine Verbindung zwischen Einweiser und Bediener per Sprechfunk. 

Die Veranstalter

Die International Powered Access Federation (IPAF) ist eine "Not for Profit“ Mitgliederorganisation, die die Interessen von Herstellern, Vermietern und Anwendern von Höhenzugangstechnik vertritt. Weitere Informationen und eine Liste der Schulungszentren finden Sie unter www.ipaf.org/de

IPAF-Deutschland
Alter Schulhof 3, D-28717 Bremen
Tel: +49 (0)421 6260 310
Fax: +49 (0)421 6260 321
Email: deutschland@ipaf.org   
Web: www.ipaf.org/de

IPAF-Basel
Dufourstrasse 11, CH-4052 Basel, Schweiz
Tel: +41 (0)61 227 9000
Fax: +41 (0)61 227 9009
Email: basel@ipaf.org


Der Vertikal Verlag ist Herausgeber führender Publikationen für die Kran- und Arbeitsbühnen-Industrie: Kran & Bühne, Cranes & Access und www.vertikal.net.   

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